Power BI Premium Gen2 ist da – alles was du dazu wissen musst

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Seit Ende 2020 war bereits bekannt, dass es ein Update bei den Power BI Premium Kapazitäten geben wird. Nachdem die “Generation 2” oder kurz “Gen2”, wie die neue Version heißt, seit einiger Zeit in Preview war, ist diese nun allgemein verfügbar.

Aber was ist der Unterschied zum bisherigen Power BI Premium und was wird sich ändern?

Was genau ist Power BI Premium Gen2?

Bei der Gen2 handelt es sich um eine Neuarchitektur der bestehenden Power BI Premium Kapazität. Durch diese Umgestaltung ergeben sich ein paar Änderungen, welche für den Endanwender bzw. den Administrator der Premium Kapazität von Bedeutung sind.

Die bisherige Power BI Premium Kapazität entsprach inhaltlich dem Mieten eines physischen Servers. Wenn ich beispielsweise eine P1 Kapazität gemietet habe, dann habe ich 8 CPU-Kerne und 25 GB RAM bekommen, welche exklusiv für mich reserviert waren. Somit bin ich an die Grenzen meines gemieteten Servers gekommen, wenn beispielsweise alle meine Datasets gemeinsam 25 GB RAM oder meine Berechnungen die Kapazität von 8 CPU Kernen überschritten haben.

Der Ansatz von Gen2 entspricht mehr einem Software as a Service Ansatz. Jetzt laufen sämtliche Premium-Kapazitäten einer Power BI-Region auf regionalen Clustern. enn ich meine Premium-Kapazität nutze, wird mir nun ein Teil dieses Clusters zugewiesen, der deutlich leistungsfähiger ist als die zuvor gemietete Kapazität in Gen1. Ich empfehle dringend, einen Blick in die Dokumentation zu werfen, wie die neue Architektur funktioniert.

Im Detail hat dieser neue Ansatz die folgenden Vorteile:

Bis zu 16 x bessere Performance

Durch die Änderungen an der Architektur der Premium Kapazitäten wird grundsätzlich eine deutlich bessere Performance geliefert als bei der bisherigen Gen1 Premium Kapazität. In einigen Fällen kann dies sogar bedeuten, dass die data sets um bis zu 16 x schneller sind auf Gen2 im Vergleich zu Gen1. Generell sind aber bei allen Reports Performanceverbesserungen zu erwarten.

Arbeitsspeicher (RAM) pro Datenset und nicht mehr pro Kapazität

Ebenfalls ändert sich die Berechnung des zugeteilten Arbeitsspeichers (RAM). Bisher mussten sich alle Datasets den in der Premium Kapazität zugewiesenen Speicher teilen. Für einen P1 Knoten bedeutet dies, dass sich sämtliche Datasets die 25 GB teilen müssen, wie in der folgenden Grafik dargestellt:

Verteilung von CPU und RAM bei Power BI Premium Gen1
Verteilung von CPU und RAM bei Power BI Premium Gen1

Neu findet die Zuteilung des Arbeitsspeichers pro Dataset statt. Somit ergeben sich zukünftig deutlich weniger Engpässe beim Arbeitsspeicher. Das neue System sieht schematisch folgendermaßen aus:

 Verteilung von CPU und RAM bei Power BI Premium Gen2
Verteilung von CPU und RAM bei Power BI Premium Gen2

Zukünftig dürften Speicherprobleme deutlich seltener auftreten als in der bisherigen Premium-Kapzität. Der neue Flaschenhals wird somit zukünftig die Rechenleistung (CPU) sein.

Kein Limit bei der Anzahl gleichzeitiger Dataset Aktualisierungen

Bisher war die Anzahl gleichzeitiger Refreshes in einer Premium-Kapazität limitiert. Beispielsweise waren dies bei einer P1 Kapazität höchstens 6 gleichzeitige Refreshes. Mit Gen2 fällt diese Limitierung komplett weg. Es können sämtliche Datasets gleichzeitig aktualisiert werden. Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei Gen2 um virtuelle CPUs, daher wird als Limit die CPU-Last berechnet, allerdings über ein 24-Stunden-Fenster verteilt. Dies bedeutet, dass sehr performant geladen werden kann. Es darf einfach die CPU Last eines ganzen Tages nicht überschritten werden.

Alle Einzelheiten zur Berechnung der Belastung finden Sie in der offiziellen Dokumentation.

Automatische Skalierung der Kapazitäts-Ressourcen bei Engpässen

Ebenfalls gibt es in Power BI Premium Gen2 die Möglichkeit der automatischen Skalierung. Falls es ein mal Engpässe bei der vorhandenen Kapazität geben sollte, dann kann Power BI für 24 Stunden automatisch auf die nächst höhere Kapazität hochskalieren. Diese Option muss explizit aktiviert werden, da dies unter Umständen kostenintensiv werden könnte.
Angedacht ist das Feature, um tatsächlich nur temporäre Spitzen abzufedern, beispielsweise bei zeitlich beschränkter höherer Arbeitslast wie beim Reporting zum Wechsel des Monats. Wenn eine Kapazität ständig am Limit läuft, ist der Wechsel zur nächsthöheren Kapazität oder eine Optimierung der Reports der deutlich bessere Weg.

Mehr Informationen zum Autoscale gibt es in der Dokumentation des Features.

Wechsel auf die neue Kapazitäten spätestens zum 15. Januar

Wie erwähnt ist ein Wechsel zur neuen Architektur per sofort möglich. Hierzu muss auch nur eine Option im Power BI Admin Center geändert werden:

Einfaches Upgraden zur Power BI Premium Gen2

Grundsätzlich wird die Gen1 in naher Zukunft abgeschaltet. Ab dem 15. November werden die Tenant Admins darauf hingewiesen, dass auf Gen2 upgegradet werden soll. Laut aktuellem Stand werden am 15. Januar 2022 alle Gen1 Kapazitäten automatisch auf Gen2 umgestellt.

Denis Selimovic

Denis Selimovic

Trainer, Senior Consultant und Mentor für Power BI

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